Unsere Hof‑Geschichte
Der denkmalgeschützte Vierseitenhof in der Dorfmitte von Diedenshausen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Scheune ist das älteste Gebäude des Ensembles und stammt aus dem 18. Jahrhundert. Nach und nach kamen in einzelnen Abschnitten die anderen Gebäude hinzu. Immer wieder wurde angebaut und verändert. Wir begegneten dem „Happel Hof“ im Juni 2022 nach einer fast zweijährigen Suche nach einem geeigneten Fleckchen Erde, um unseren Traum, einen Pflegebauernhof entstehen zu lassen, zu verwirklichen.
Als wir den Hof das erste Mal besuchten, war er knapp ein Jahr nicht mehr bewohnt. Im Bullenstall standen jedoch noch Kühe, die uns mit ihren großen Augen begutachteten. Schnell war für uns klar: „Das ist unser Hof!“ Nach ersten Gesprächen mit dem Denkmalschutz, dem Ortsvorsteher und einigen DorfbewohnerInnen unterzeichneten wir im September 2022 den Kaufvertrag.
Nach einer langen Planungsphase mit zahlreichen Behördengängen, viel Kopfzerbrechen, schlaflosen Nächten… ging der Umbau los. Zuerst wurde aus dem ehemaligen Schweinestall unser Wohnraum, in den wir im Oktober 2024 einziehen konnten.
Im Sommer 2024 begann der Umbau der weiteren Hofgebäude für die Pflege-WGs und die Gemeinschaftsbereiche.
Unser Hofleben
Die Scheune ist das Herzstück unseres Hoflebens. Im Gemeinschaftsbereich im Erdgeschoss wird gemeinsam gegessen, gelacht, musiziert und gelebt. Gleich daneben befindet sich die Küche. Hier sind alle Bewohnerinnen und Bewohner eingeladen, mitzuhelfen – so, wie sie es können und möchten.
„Das Schlimmste, als meine Oma ins Pflegeheim kam, war für mich als Enkeltochter das Wissen, dass sie nie wieder in einem Topf rühren wird. Das war doch ihr ganzes Leben ihre Leidenschaft gewesen – privat wie auch als Küchenchefin einer Krankenhausküche“, berichtet Josephin.
Treppenhaus und Fahrstuhl in der Scheune verbinden die Bereiche der Pflege-WGs mit den Gemeinschaftsräumen.
Im ehemaligen Bullenstall befindet sich die WG „Bauerngarten“. Auf zwei Etagen finden 12 Menschen ein neues Zuhause. Diese WG hat einen wunderbaren Blick in den Garten mit Morgensonne oder auch Richtung Kirche ins Abendrot.
Zur WG „Alter Pferdestall“ gehören insgesamt 12 Zimmer: 10 liegen im ehemaligen Pferdestall, 2 weitere im Obergeschoss der Scheune mit Blick in den Innenhof. Der Essens- und Gemeinschaftsraum befindet sich im Erdgeschoss des ehemaligen Pferdestalls. In der Werkstatt können handwerklich interessierte Bewohnerinnen und Bewohner kleine Reparaturen, Bastel- oder Holzarbeiten übernehmen – etwa einen Nistkasten ausbessern oder der Harke einen neuen Stiel geben.
Die ehemalige Hofeinfahrt bietet Raum für ein Foyer, welches Scheune und WG verbindet.
Unser Innenhof ist ein Ort zum Verweilen und Begegnen. Hier darf geschwatzt, Besuch empfangen oder einfach dem Schwalbengezwitscher gelauscht werden.
Der ehemalige Vierseitenhof verbindet seine landwirtschaftlichen Wurzeln mit einem lebendigen Miteinander aller Generationen.
Es darf noch gearbeitet und angepackt werden, jeder nach seinem körperlichen Vermögen und Können, aber es darf auch gerastet und Hilfe angenommen werden, wo es eben alleine nicht mehr geht.